reflections

To much rage to take...

Als ich so elf Jahre alt war habe ich mein Bett angezündet, allerdings mit höchster Vorsichtigkeit und nur an einer klitzekleinen Stelle, aber gebrannt hat es wirklich gut. Rückblickend betrachtend war das ein totaler Durchbruch, denn ich habe meinen echten Gefühlen mal vollkommen freien Lauf gelassen. Frei, ehrlich und wütend.Ich sitze hier in meinem Lebenskreis aus Ängstlichkeit und frage mich,ob Rache nicht doch befreiend auf mein eingesperrtes Ich wirken könnte. Und ich liebe diese Momente, in denen ich das spüren kann, denn dann bin ich wirklich ich.Dann kann ich auch fühlen, warum meine Depressionen so verdammt hartnäckig sind, denn all diese extremen Gefühle zu unterdrücken und schlussendlich gegen sich selbst zu richten kann nur in diesem Sog aus Taubheit enden, der alle meine lebendigen Impulse aufsaugt wie der Ausguss einer übervollen Badewanne.Ich habe beschlossen, dass ich lieber wütend bin.....und meine hassenden, wütenden, rachsüchtigen, neidenden Selbstanteile hier willkommen heiße. "Ihr dürft euch gerne setzen, nehmt euch was zu Trinken und zu Essen, ihr habt all inklusive hier!"Ich träume lieber von Feuer als von Nebel. Lieber von Genugtuung, als von Kotze. Lieber von Freiheit als von Ketten. Feuer schafft Licht, Nebel tut das nicht.Vielleicht werde ich dann auch endlich lebendig und ich selbst.Der Weg geht nach Außen...

Heiss und kalt....

Wenn wir zusammen lachen können und in der Winzigkeit des Moments seine Ironie erkennen, wenn es ein kurzgestricktes, schnell gewebtes "Wir" gibt, können wir dann vergessen?

 

Können wir vergessen, wie wir uns Unten nackt und schutzlos die Haut vom Gesicht gekratzt und Dreck ins Maul gestopft haben? Mit Wut und Verzweiflung und Ekel?

Wie wir unsere Köpfe zusammengepresst und Auge an Auge um Genugtuung gebettelt haben? Das es wieder gut wird, dass du es verdammt noch mal wieder gut machst. Das mir meine Abgeltung gezahlt wird, Cent für Cent.

Mach, dass das Gefühl, das keine Worte hat weg geht und weg bleibt. Das es mir nicht mehr meine Worte nimmt, weil es selber keine hat. Dass es seine Schwärze in jemand anderen ausblutet und mich wieder rein macht. Das ich noch mal von vorne anfangen kann, mit einem neuen Körper.

Das der Ekel weggeht und weg bleibt.

Das es gut wird und gut bleibt.

Das du hier bist und hier bleibst.

 



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